Muskelzerrung – häufige Sportverletzung infolge von Überbelastungen

Vor allem im Bereich der sportlichen Betätigungen sind Muskelzerrungen – oder auch Distension genannt – sehr weit verbreitet; dabei handelt es sich um eine unphysiologisch ablaufende Dehnung eines Muskels, bei der es allerdings im Gegensatz zum Muskelfaserriss zu keinem Gewebeschaden kommt. Allerdings besteht die Gefahr eines Muskelfaserrisses, sollten die Beschwerden einer Zerrung missachtet werden. Muskelzerrungen sind stets die Folge von Fehl- beziehungsweise Überbelastungen der entsprechenden Muskulatur und treten häufig bei Sportarten auf, in denen schnelle Antritte oder überraschende Richtungswechsel wie etwa im Fußball oder im Basketball gefordert sind.

Muskel gezerrt beim Sport

Schnell passiert: Muskelzerrung

Entstehung einer Zerrung des Muskels

Wie auch der bereits angesprochene Muskelfaserriss oder aber der noch schlimmere Muskeldurchriss gehören Muskelzerrungen zu denjenigen Verletzungen an einem Muskel, bei denen die Haut von Beschädigungen verschont bleibt und nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Muskelzerrungen entstehen nicht etwa aufgrund äußerer Einflüsse wie beispielsweise infolge von Schlägen oder Tritten, sondern entwickeln sich stattdessen allmählich: Eine übermäßige Dehnung des entsprechenden Muskels verursacht eine starke und schnelle Kontraktion, die wiederum zu einer Muskelverhärtung sowie zu krampfartigen Schmerzen führt. Hierbei werden die Muskelfasern allerdings noch nicht geschädigt; sollte die Belastung des Muskels trotz der Zerrung jedoch fortgesetzt werden, droht die Gefahr, dass sich die Muskelzerrung zu einem Muskelfaserriss verschlimmert.

Daraus resultiert der entscheidende Unterschied bezüglich der Symptome beider genannter Verletzungen, denn ein Muskelfaserriss tritt plötzlich auf, während sich eine Zerrung des Muskels mit leichten Beschwerden bemerkbar macht, die daraufhin kontinuierlich ansteigen und in schweren Krämpfen enden können. Für die Schmerzen sind dabei die Entzündungsreaktionen verantwortlich. Eine Muskelzerrung ist von außen nicht ersichtlich, da nicht nur die Fasern ohne Verletzungen bleiben, sondern es auch im umliegenden Gewebe zu keinen Blutungen kommt, die in Form eines Blutergusses sichtbar werden. Besonders schmerzhaft ist hierbei die Rückenzerrung.

Ursachen und Einflussfaktoren der Muskelzerrung

Ausgelöst wird eine Muskelzerrung durch einen gestörten Spannungszustand der Muskulatur beziehungsweise durch eine gestörte Regulation der Funktionen der Muskeln, die wiederum durch einen raschen Wechsel der Belastungen verursacht werden können. Vor allem in Kombination einiger, im Folgenden genannten, Faktoren erhöht sich die Gefahr einer Muskelzerrung: Zu besagten Faktoren gehören unter anderem ein zu kurzes Aufwärmprogramm vor Beginn der Belastung, kühle Temperaturen, erschöpfte Muskeln, Nährstoff- beziehungsweise Flüssigkeitsmangel, Fehlstellungen der Füße oder falsche Laufschuhe sowie sportliche Betätigungen trotz schlechtem Zustand der Gesundheit oder während Müdigkeit.

Die Diagnose einer Muskelzerrung wird erschwert durch die bereits angesprochene Tatsache, dass diese von außen nicht erkennbar ist. Aus diesem Grund ist der behandelnde Arzt auf eine korrekte Schilderung der auftretenden Symptome und Beschwerden angewiesen und muss des Weiteren die verschiedenen Muskelfunktionen, die bei einer Muskelzerrung zu Einschränkungen führen, überprüfen. Die oftmals eingesetzten Verfahren zur Diagnose wie etwa eine Kernspintomografie oder aber eine Ultraschalluntersuchung sind bei Muskelzerrungen nicht anzuwenden, da es infolge einer Zerrung zu keinen Veränderungen oder gar Beschädigungen an den Muskelfasern kommt und aus diesem Grund bildgebende Verfahren keine inneren Verletzungen sichtbar machen können.

Therapie einer Muskelzerrung und vorbeugende Maßnahmen

Therapiert wird die Zerrung der Muskulatur nach der sogenannten PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagerung), bei welcher die Reduzierung der Muskelspannungen im Vordergrund steht; später folgen leichte Bewegungen zur besseren Durchblutung des Gewebes. Zur Vorbeugung wird empfohlen, das Aufwärmprogramm – inklusive Dehnübungen – nicht zu kurz zu halten, des Weiteren muss ausreichend getrunken und ein Salzmangel vermieden werden. Hier finden Sie mehr zum Thema Muskelzerrung Behandlungen.

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